Nachhaltigkeit und Gütesiegel – MSC & Co.


Natürlich ist uns zumindest in Ansätzen bewusst, dass unsere Welt nicht dafür ausgelegt ist, intensiven Fleisch- oder Fischkonsum auszuhalten. Erstens wächst die Menschheit beständig und es würde der Nachfrage so nicht genügend Angebot entgegenstehen. Zweitens wirkt sich ein zu hoher Fleischkonsum, was mit steigender Massentierhaltung einhergeht, negativ auf das Klima aus, was wiederum negativ für die Menschheit ist. Und schließlich drittens: Aus intensivem Fleisch- und Fischkonsum resultiert Massentierhaltung, die für alle Menschen aus ethischer Sicht nicht mehr vertretbar ist und so auch zur Welt an sich nicht mehr in vernünftiger Relation steht. Es ist von allem zu viel: Zu viel CO2-Ausstoß, zu viel Meere leer gefischt, zu viel Beifang, zu viel Leid für unseren Genuss,…

Natürlich kann man von der Menschheit nicht verlangen, sich plötzlich ausschließlich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Aber was man zumindest versuchen kann, ist erstens, Fleisch oder Fisch als seltene Delikatesse zu betrachten, die höchstens einmal pro Woche auf den Tisch kommt. Und zweitens Fleisch oder Fisch ausschließlich in hoher Qualität zu kaufen und somit zumindest nachhaltige und artgerechte Tierhaltung und -züchtung zu garantieren (und so auch langfristig zu fördern).



Wie das ohne viel Aufwand funktioniert, erfahrt ihr hier:

Es gibt verschiedene Organisationen, die sich für den Schutz und die nachhaltige Fisch- und Fleischwirtschaft von Tieren und Meeresbewohnern einsetzen. Diese können an Betriebe, Verkäufer oder auch Restaurants Zertifizierungen vergeben, die dem Endverbraucher, also uns, eindeutig zeigen, dass hier nachhaltig gewirtschaftet wurde und sie Fleisch oder Fisch von glücklichen Tieren essen.

    Fisch:

    • Betriebe mit Zertifizierung achten auf den Schutz der Bestände und verhindern somit das Aussterben einer Art.
    • Sie haben minimale Auswirkungen auf das Ökosystem und nehmen auf alle anderen Tierarten Rücksicht (z.B. kein Beifang).
    • Deren Fangniveau ist stets im Einklang mit natürlicher Verfügbarkeit sowie fairem und nachhaltigem Umgang. Die weltweite Nachfrage ist zweitrangig.

    Fleisch: (insbesondere Schwein und Huhn)

    • Betriebe mit Zertifizierung müssen auf eine tiergerechte Haltung achten.
    • Die Tiere haben mehr Platz zur Verfügung und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten durch mehr Freilauf.
    • Zudem sind Betäubungen vor Kastrationen Pflicht (sonst zu teuer).
    • Auch bei Transport und der nachfolgenden Schlachtung müssen kurze Wege eingehalten werden, um Stresshormone so niedrig wie möglich zu halten.

Besonders kann ich hier die Landwirtschaft und deren Produkte von demeter-Höfen mit den höchsten Richtlinien bzgl. Tierhaltung und Lebensmittelverarbeitung ausloben. Wo ist ein demeter-Hof in meiner Nähe?

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Wo und wie kann ich noch nachhaltiges Fleisch und Fisch kaufen?

Es ist einfacher als gedacht: Entweder man geht zu einem Metzger bzw. Fischzüchter seines Vertrauens, von dem man weiß, dass er all diese Verpflichtungen zu nachhaltiger Haltung einhält. Oder man achtet beim Kauf in Supermärkten auf bestimmte Siegel, die ebenfalls dies garantieren:

  • MSC (Marine Stewardship Councils) und ASC (Aquaculture Stewardship Councils) sind Tochterunternehmen von WWF und zertifizieren ausschließlich Betriebe (für Wildfang und Aquakulturen), die hohe Standards hinsichtlich nachhaltiger Fischwirtschaft aufweisen und sich jährlich erneut zertifizieren. Deren Siegel findet man mittlerweile auf sehr vielen Verpackungen von Fisch bzw. Meeresfrüchten in ebenso vielen Supermärkten (z.B. Edeka, Real,…)
  • Dann gibt es noch Naturland Wildfisch und Aquakultur, followfish und das EU-Biosiegel.

  • Das Siegel Für mehr Tierschutz wurde politisch unterstützt für artgerechte Schweine- und Hühnerhaltung initiiert. Man findet das Siegel auf Schweinefleisch in vielen Tengelmann- und Edekamärkten.
  • Ebenso gibt es bei Fleischprodukten auch das Bio-Siegel und die Neuland Zertifizierung, auf die man beim Einkauf achten kann.

Wie ihr seht, ist es wirklich nicht schwer oder aufwändig, sich diese Labels zu merken und beim nächsten Einkauf darauf zu achten, bzw. gezielt danach zu fragen. Und so steht einem seltenen aber köstlichen und gewissensreinen Genuss von Fisch oder Fleisch nichts mehr im Wege.

Bitte betrachtet diesen Artikel aber nicht als Empfehlung, nun mehr Fleisch und Fisch zu essen! Aber wenn ihr es tut, dann bitte als seltene Delikatesse und nur mit den vorgestellten Gütesiegeln.

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